Seite 1 von 1

Alcatraz

Verfasst: 17. Januar 2009, 16:52
von TzuTzu
Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Bücher liebe und total verrückt nach ihnen bin? Deswegen hier ein weiterer Thread zu einem meiner Lieblingsbücherreihen: Alcatraz.

Alcatraz. So heißt doch ein Gefängnis, oder? Wer benennt sein Kind nach einem Gefängnis? - Das fragt sich auch Alcatraz und schiebt es auf den "schrägen Sinn für Humor" den anscheinend seine Eltern hatten. Sie fragen kann er nicht, da er ein Pflegekind ist und von Familie zu Familie hüpft. Wieso? - Alcatraz hat ein besonderes Talent dafür Dinge kaputt zu machen (sogar Hühner!). Immer wieder hält er Türklinken in der Hand, zerbicht irgendetwas und steckt sogar die Küche seiner Pflegemutter in Brand! Das Versehen mit dem Feuer geschah aber aus einem bestimmten Grund: Alcatraz hat ein Paket von seinem Vater bekommen - zu seinem 13. Geburtstag. Sein Vater nennt es in einem Zettel Alcatraz' Erbe, doch sein Sohn nennt es schlicht und ergreifend "Sand". Diese Verstörende Tatsache wird aufgeklärt als Leavenworth Smedry, sein Großvater, vor der Tür steht und von einer "Bibliotheks Infiltration" spricht. Er macht Alcatraz mehr und mehr klar, dass dieser eine Lüge lebte, die die fiesen, gemeinen und hinterhältigen Bibliothekare ihn leben gelernt haben. In Wirklichkeit ist die Welt anders. So erfährt Alcatraz auch, dass Familie Smedry eine angesehene Okulatorenfamilie mit speziellen Talenten ist. Alcatraz Talent ist eines der stärksten seit einigen Generationen. Sein Großvater hat ebenfalls ein nützliches Talent. Zu spät Kommen. So behauptet er sogar, zu seinem eigenen Tod zu spät gekommen zu sein. Mit Grandpa Smedrys Auftauchen beginnt für Alcatraz ein unbegreifliches Abenteuer, das seine ganze Welt auf den Kopf stellt. Er muss den Sand von Rashid (sein Erbe, das ihm von seiner Betreuerin geklaut wurde) aus der Stadtbibliothek klauen.

Das Buch ist nicht nur von der Geschichte her umwerfend, sondern auch vom Schreibstil her. Das Buch ist eine Art fantastische Biographie, erzählt aus der Sicht des Helden. Brandon Sanderson sagt dem Leser schon im Vorwort, dass "Brandon Sanderson" nur ein Pseudonym ist und er in Wirklichkeit Alcatraz Smedry heißt und dies eine Sicherheitsmaßnahme ist, damit die Bibliothekare dieses Buch nicht aus den Regalen verbannen und wir Mundtote eine Chance haben die Wahrheit zu erfahren. Aber nicht nur im Vorwort spricht er den Leser an. Auch während der einzelnen Kapitel kommt er immer wieder mit Witz auf den Leser zu sprechen und versucht diesem mit aller Macht deutlich zu machen, dass er KEIN Held und ein Lügner ist. Es ist schwer Sandersons Witz zu erklären. Es lässt sich nur sagen, dass man den Lachmuskelkater nach dem Lesen deutlich spürt.

Ein kleiner Auszug, um euch die ganze Sache etwas zu verdeutlichen:
"Dieses Buch behandelt ernste Dinge. Todernste. Eure Skepsis ist das Produkt eurer lebenslangen Erziehung im Bildungssystem der Bibliothekare, wo man euch alle möglichen Lügen einimpft. Wahrscheinlich hattet ihr biher noch nicht einmal etwas von den Smedrys gehört, obwohl sie die berühmteste Okulatoren-Familie der Welt sind. In weiten Teilen der Freien Königreiche bedeutet Smedry zu sein ungefähr dasselbe, wie der Adelsschicht anzugehören.
(Wenn ihr euch einen Spaß machen wollt, fragt euren Geschichtslehrer bei der nächsten Gelegenheit einmal nach den Smedrys. Das ist auch ein guter Test: Wenn euer Lehrer ein Spion der Bibliothekare ist, wird er oder sie rot anlaufen und euch dann zum Nachsitzen verdonnern. Falls euer Lehrer allerdings ein Unschuldiger ist, wird er oder sie einfach nur verwirrt sein und euch dann zum Nachsitzen verdonnern.)
Also denkt daran: Auch wenn dieses Buch als Fantasyroman verkauft wird, müsst ihr alles, was ihr hier erfahrt, sehr ernst nehmen, denn was hier gesagt wird, ist sehr wichtig, keinesfalls Unfug und ergibt immer einen Sinn.
Kohlrübensorbet."

Verfasst: 17. Januar 2009, 16:52
von Anzeige